Eine Überdüngung, also mehr organischen oder Mineraldünger auszubringen als die Pflanzen benötigen, ist schon aus wirtschaftlicher Sicht unsinnig. Denn beides kostet den Landwirt viel Geld. Die in Deutschland produzierten Mengen an organischem Dünger können den Nährstoffbedarf der Pflanzen nicht decken. Er muss also auf jeden Fall zusätzlich teuren Mineraldünger einsetzen. Daher kommt für ihn ein „unkontrolliertes“ Ausbringen von organischem Dünger (Gülle) in großen Mengen schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten eigentlich nicht infrage. Zudem versteht es sich von selbst, dass die Landwirte mit den Böden als ihrem wichtigsten Gut zur Produktion von Lebensmitteln gewissenhaft und pfleglich umgehen.
Probleme gibt es in Regionen mit intensiver Tierhaltung, wo nicht genügend landwirtschaftlich genutzte Flächen zum Ausbringen der Gülle zur Verfügung stehen, das Aufkommen an organischem Dünger also höher ist als der
Nährstoffbedarf der dort angebauten Pflanzen. Die wertvolle Gülle wird dann in Regionen verbracht, wo aufgrund fehlender Viehhaltung Bedarf besteht. Der Transport ist allerdings aufwendig und teuer. Zum Teil bezahlen die Abnehmer die Kosten, zum Teil diejenigen, bei denen die Gülle anfällt. Es besteht ein Verteilproblem, denn insgesamt wird in ganz Deutschland weniger Gülle produziert als Bedarf besteht. Dieses Defizit wird mit dem Einsatz von Mineraldünger ausgeglichen.